Bilfinger VAM Anlagentechnik GmbH

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1.000 Megawatt für die Schweiz

1.000 Megawatt für die Schweiz

Pumpspeicherwerk Limmern „Linthal 2015“

Linthal / Schweiz - Mit „Linthal 2015“ hat die Kraftwerke Linth-Limmern AG im Schweizer Kanton Glarus ein ehrgeiziges Ausbauprojekt gestartet. Ein neues unterirdisches Pumpspeicherwerk soll die Gesamtleistung des dort bereits bestehenden Kraftwerksverbunds um 1.000 Megawatt erhöhen. 

Mit ihren drei Speicherkraftwerken Muttsee, Tierfehd sowie Linthal produziert die Kraftwerke Linth-Limmern AG ein Partnerunternehmen des Kantons Glarus und des Energieversorgers Axpo AG, vor allem Spitzenenergie. Dabei nutzt das Kraftwerk Muttsee das Wasser des Muttsees zur Stromproduktion. Die Zentrale befindet sich in einer Felskaverne, von der das Wasser in den Limmernsee abfließt. Das Kraftwerk Tierfehd besteht aus zwei Stufen. Die eine verarbeitet das Wasser aus dem Limmernsee, die andere das Wasser aus dem Ausgleichsbecken Hintersand. Nach der Stromproduktion fließt das Wasser in das Ausgleichsbecken Tierfehd. Das Wasser aus dem Ausgleichsbecken Hintersand kann bei geringer Stromnachfrage auch in den Limmernsee gepumpt werden. Das Kraftwerk Linthal wiederum nutzt das Gefälle zwischen Tierfehd und Linthal. 

Signifikante Leistungssteigerung

Die Leistung des Kraftwerksverbunds beträgt derzeit 460 Megawatt. Da der Bedarf an Spitzenenergie kontinuierlich zunimmt, wird im Rahmen des Projekts „Linthal 2015“ mit dem Kraftwerk Limmern ein zusätzliches leistungsfähiges Pumpspeicherwerk gebaut, das zur Sicherung der Stromversorgung in der Nordost-und Zentralschweiz beitragen soll. Im Gegensatz zu reinen Speicherkraftwerken können Pumpspeicherwerke nicht nur Spitzenenergie erzeugen, sondern auch Stromüberschüsse, die während Schwachlastzeiten anfallen, in Spitzenenergie umwandeln.

Das zusätzliche Kraftwerk soll Wasser aus dem Limmernsee in den knapp 630 Meter höheren Muttsee zurückpumpen, das sich bei Bedarf erneut zur Stromproduktion nutzen lässt. Auf einer Höhe von 1.700 Metern entsteht dazu rund 600 Meter im Berginnern eine neue Kavernenzentrale für vier Pumpturbinen und ein Pumpwerk. Sie wird über zwei parallele Druckschächte, die an einen Druckstollen anschließen, mit Wasser aus dem rund 2.400 Meter hoch gelegenen Muttsee versorgt. Von der Kavernenzentrale wiederum fließt das Wasser über zwei Unterwasserstollen in den auf 1.850 Meter Höhe liegenden Limmernsee. Der Neubau wird, derzeitigen Planungen zufolge, Ende des Jahres 2015 bzw. Anfang 2016 seinen Betrieb aufnehmen. Damit steigt die Gesamtleistung des Anlageverbunds auf rund 1.460 Megawatt.

Zweijährige Montage

Ende des Jahres 2009 wurde Bilfinger VAM zusammen mit der inzwischen integrierten MCE Industrietechnik Linz mit einem Teil des Stahlwasserbaus beauftragt. Es ist die erste Zusammenarbeit mit der Kraftwerke Linth-Limmern AG. Der Auftrag umfasst zwei Hosenrohre sowie vier Verteilleitungen. Beim Projekt „Linthal 2015“ messen die Hosenrohre 4,2 x 2,9 x 2,9 Meter und wiegen 238 Tonnen gesamt. Die Verteilleitungen haben einen Innendurchmesser von 2,9 Metern und kommen teilweise auf Längen von 80 Metern. Ihr Gewicht reicht von 192 bis 244 Tonnen. Sämtliche Rohre bestehen aus hochfestem Stahlblech und müssen einem hohen Betriebsdruck standhalten. Die Blechwanddicken betragen 50 bis 120 mm.

Insgesamt umfasst der Leistungsumfang das komplette Detail-Engineering der Hosenrohre und Verteilleitungen sowie Materialzukauf, Vorfertigung und Montage. Der Startschuss fiel im November 2009. Dem Detail-Engineering wird sich eine einjährige Werksfertigung durch 15 Mitarbeiter in Wels anschließen. Mittels LKW werden die vorgefertigten Komponenten in die Schweiz transportiert. Vor Ort erfolgt der Antransport zur Einbaustelle mit einer Seilbahn. Die Montage soll 2013 beginnen und wird sich über zwei Jahre erstrecken. Dabei werden Zusammenbau und das Schweißen vor Ort vorgenommen. Die Druckprobe der Hosenrohre wird mit 114 bar vorgenommen. In die Montage vor Ort werden 15 Mitarbeiter involviert sein. „Die schwierige Montagezugänglichkeit stellt eine besondere Herausforderung dar“, betont Geschäftsführer August Oberndorfer, „doch mit diesem Projekt können wir im Ausland ein weiteres Mal im Druckrohrleitungsbau punkten.